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Sarbanes Oxley Act


Zahlreiche Konkursfälle sorgten in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen. Die Ursachen für den Niedergang der Unternehmen lagen zum Teil in der Verletzung der Rechnungslegungsgrundsätze, in gravierenden Buchungsfehlern oder in Betrugsdelikten. Die Folgen waren jeweils sowohl für die Kapitalgeber als auch für die beschäftigten Mitarbeiter fatal.

Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber in den USA am 30. Juli 2002 mit dem sogenannten "Sarbanes-Oxley Act (SOX)" eine rechtliche Grundlage geschaffen mit dem Ziel, die Sicherheit im Financial Reporting zu erhöhen. Das Gesetz gilt für alle Unternehmen, die an einer US-Börse kotiert sind. Es umfasst 11 Kapitel, die von einer zunehmenden Verantwortung für die Unternehmensleitung über neue Standards für Atteste durch externe Wirtschaftsprüfer bis zur Zertifizierungspflicht für CEOs und CFOs reichen.

Wesentliche Anforderungen des Sarbanes Oxley Act
Das Gesetz hat einen signifikanten Einfluss auf die finanzielle Führung von Unternehmen. Dazu sind insbesondere die folgenden 3 Gesetzesartikel von Bedeutung:

Sec. 302: Corporate Responsibility for Financial Reports
Das Management muss ein Zertifikat erstellen, um zu bestätigen, dass die präsentierten Finanzzahlen den effektiven finanziellen Zustand des Unternehmens widerspiegeln.

Sec. 404: Management Assessment of Internal Controls
Verlangt nach einem jährlichen „internen Kontrollbericht“, welcher zum einen die Verantwortung des Managements für das Implementieren/ Betreiben eines Internen Kontrollsystems (IKS) bestätigt und zum anderen eine Beurteilung der Effektivität dieses IKS beinhaltet.

Sec. 906: Certification of Periodic Financial Reports
Ein Zertifikat vom CEO und CFO muss mit jedem periodischen Finanzbericht mitgeliefert werden, um das Einhalten der rechtlichen Vorgaben sowie die materielle Vollständigkeit der präsentierten Finanzzahlen zu bestätigen.

Im Kern möchte SOX erreichen, dass für alle Prozesse zur Erstellung der externen Berichterstattung entsprechende interne Kontrollen durchgeführt werden. Dabei soll das Management ein internes Kontrollsystem für den Finanzprozess implementieren, welches folgende Kontrollen beinhalten muss:
» Kontrollen, die falsche Angaben oder Unterlassungen erkennen oder verhindern
» Kontrollen über das Veranlassen, Einbuchen, Verarbeiten oder Abgleichen von Kontoständen, Transaktionsgruppen und dazugehörenden Annahmen in den Finanzabschlüssen
» Kontrollen bezüglich dem Einbuchen und Verarbeiten von nicht routinemäßigen und unsystematischen Transaktionen
» Kontrollen im Zusammenhang mit der Auswahl und Anwendung von adäquaten Buchführungsvorschriften
» Kontrollen, um Betrug zu verhindern, aufzudecken oder zu identifizieren


Wer ist von SOX betroffen?
Zunächst sind aufgrund der Gesetzeslage nur Unternehmen, die an einer US-Börse gelistet sind, zur Einhaltung der komplexen Anforderungen des SOX verpflichtet und damit auch zur Einführung eines internen Kontrollsystems für den Finanzprozess angehalten. Regulatoren der EU haben ebenfalls Richtlinien, z.B. Artikel 41 der EU-Abschlußprüfer-Richtlinie, verabschiedet, mit denen eine ähnliche Rechtsgrundlage, das sogenannte EuroSOX für EU-gelistete Unternehmen geschaffen wird.

Unabhängig von regulatorischen Anforderungen sind Kapitalgesellschaften einem verstärkten Druck von Finanzanalysten und Investoren ausgesetzt, welche ihre Beurteilung des Unternehmens in immer größerem Maße von der Qualität der Corporate Governance abhängig machen. Daneben begrüßen zunehmend viele Investoren die grundsätzlichen Ideen und Konzepte, welche durch SOX umgesetzt wurden und verlangen von den Verwaltungs- und Aufsichtsräten und dem Top-Management einen höheren Grad von Verantwortlichkeit bezüglich der präsentierten Finanzzahlen.

Als Hilfsmittel zur Minimierung der Haftungsrisiken, die bei der externen finanziellen Berichterstattung vor dem Hintergrund dieser Vorschriften entstehen, dient die Installation eines Internen Kontrollsystems (IKS). Ein IKS sorgt für die Wahrnehmung organisatorischer Sicherungsmaßnahmen, das Durchführen einer internen Revision sowie die Dokumentation und Einhaltung von Richtlinien und Regelwerken. Dabei sollte auch ein funktionierendes Frühwarnsystem, das von definierten Risikoindikatoren ausgeht und unabhängige Kontrollen vornimmt, installiert werden.


Wie kann man SOX erfolgreich nachkommen?
Für die Berichterstattung nach dem SOX hat die Beurteilung der internen Kontrolle unter Verwendung eines allgemein anerkannten Rahmenwerks zu erfolgen. LCM Legal bietet eine Unterstützung der SOX 404 Richtlinien, indem es den Usern eine revisionssichere Prüfliste z.B. für die Vertragserstellung und Vertragsgenehmigung zur Verfügung stellt. Diese Prüfliste kann gemäß den internen Compliance Richtlinien und den SOX Richtlinien definiert werden. Auf Basis der Vertragsprüfliste können standardisierte Verfahren zur Kontrolle der Vertragsrisiken genutzt werden.


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Externe Links
» Vertragsmanagement.net
» Beteiligungsmanagement.net
» Corporate Compliance: Handbuch der Haftungsvermeidung im Unternehmen
» Deutscher Corporate Governance Kodex
» Society of Corporate Compliance and Ethics
» Compliance Report online

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